Meine hacks
Digitalisierung von Antragsverfahren
Vorbereitung ist alles – worauf du unbedingt achten solltest
Was ich gelernt habe:
Bevor man überhaupt an die Umsetzung geht, muss man Klarheit schaffen über:
- Ressourcen: Welche personellen und finanziellen Mittel stehen realistisch zur Verfügung?
- Zeitplanung: Nicht nur für die Umsetzung, sondern auch für die Vorbereitungszeit, z. B. für Workshops, Schulungen, Abstimmungen.
- Realistische Zeitfenster: Digitalisierung „on top“ zum Tagesgeschäft funktioniert nicht ohne Zeitpuffer.
- Rückhalt & Sponsoring: Gibt es eine Leitungsperson, die hinter dem Vorhaben steht?
Hindernisse und wie ich sie gemeistert habe
Was oft schwierig ist – und wie ich damit umgegangen bin:
- Widerstände: Change-Prozesse erzeugen Unsicherheit.
→ Ich habe mit Geduld, Humor und Verständnis geführt. - Fachliche Tiefe:
→ Ich habe mich selbst tief eingearbeitet, um glaubwürdig zu sein. - Praxistest:
→ Ich habe das System selbst getestet, bevor andere es nutzen mussten. - Führungsrolle als Vorbild:
→ Begeisterung wirkt ansteckend. Eine motivierende Haltung hilft, andere mitzunehmen.
Vom Ist zum Ideal – wie wir konkret vorgegangen sind
Mein persönlicher Fahrplan zur digitalen Antragstellung:
1. Prozessanalyse:
- Ist der Prozess überhaupt notwendig?
- Kann er vereinfacht werden?
- Wo lassen sich Automatismen einsetzen?
2. Zielbild definieren:
- Was soll am Ende digitalisiert sein?
- Welche Formulare, Schnittstellen, Signaturen braucht es?
3. Stakeholder identifizieren:
- Wer ist betroffen? Wer muss mitreden? (IT, Datenschutz, Fachbereich, Personalrat, …)
4. Ressourcen & Werkzeuge klären:
- Brauchen wir eine neue Software, oder können wir bestehende Systeme wie PROSOZ, Enaio oder MS365 nutzen?
5. Kommunikation & Schulung:
- Wer muss wann wie informiert und geschult werden?
Tipp: Frühzeitig Einbezug der Nutzer*innen senkt Widerstand.
6. Pilotphase mit Feedback-Zyklen:
- Klein anfangen, dann skalieren.
- Rückmeldungen direkt einarbeiten.
Quintessenz:
"Analoge Verfahren sollte man nicht 1:1 digitalisieren, sondern neu denken. Digitalisierung ist immer auch eine Chance zur Prozessverbesserung."
KI-Einsatz: wo es gut funktioniert mit Praxis-Beispielen
Einstieg: KI nutzen –
aber sicher
ChatGPT Grundeinstellungen:
- Nutzung des Business- oder Enterprise-Modus oder – bei Free- oder Plus-Nutzung – in den Einstellungen „Chatverlauf & Training“ deaktivieren, um keine Daten zum KI-Training beizutragen.
- Klare Regel: Keine personenbezogenen oder sensiblen Daten in Prompts einfügen, z. B. Namen, Adressen, interne Vorgangsnummern, vertrauliche Dokumente etc.
Datenhygiene trainieren
Praxis-Tipp: Vor jeder Nutzung fragen: Muss ich diese Information nennen?
Schulungsmethode: „Daten-Schere“ – mit Kolleg:innen Prompts zerlegen und üben, sensible Infos wegzulassen oder zu anonymisieren.
Hilfsmittel: Erstellung kleiner Makros/Tools zur automatischen Pseudonymisierung (z. B. Name = "Person A", Adresse = "Ort XY").
Richtiges Prompting
Das Prompt-Dreieck
- Ziel – Was will ich erreichen? (z. B. Zusammenfassung, Analyse, Textvorschlag)
- Rolle – In welcher Rolle soll die KI antworten? (z. B. als Kommunikationsexpert:in, Statistiker:in, Jurist:in)
- Kontext – Welche Hintergrundinfos braucht die KI? (z. B. Thema, Zielgruppe, Ausgangslage)
Beispiel für ein gutes Prompt:
"Du bist Kommunikationsexpert:in. Analysiere den folgenden Text und mache Vorschläge, wie er für Bürger:innen verständlicher formuliert werden kann. Zielgruppe: Menschen ohne Fachkenntnisse. Text: …"
Auswahl der KI-Tools
Nicht gleich alles nutzen – sondern gezielt starten.
Was erlaubt ist, entscheidet der Arbeitgeber
Vor dem Einsatz prüfen:
- Gibt es eine Dienstanweisung oder IT-Richtlinie zum Thema KI?
- Gibt es bereits empfohlene Tools oder zentrale Lizenzen?
- Werden bestimmte Tools (z. B. ChatGPT Plus) aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt?
Empfehlung für den Einstieg:
ChatGPT ist ein Allrounder, gut für Texte, Ideen, Analyse und Konzepte. Perplexity ist ein Recherchespezialist, gibt Quellen transparent an.
Gemini (Google) hat eine gute Webintegration, besonders im Google-Umfeld.
Claude (Anthropic) ist besonders gut im Verarbeiten langer Texte und PDFs
Tipp:
- Vergleichen lohnt sich: Stelle ein und denselben Prompt in zwei Tools – und vergleiche.
- Für den Anfang reicht meist ein kostenloser Account.
PRAXIS: Wiederkehrende Bürgeranfragen
- Kostenloser Account genügt
- Pro Thema ein eigener Chat
- Standard-Prompt mit Kontext (z. B. Behördensprache, Thema, Zielgruppe)
Chat umbenennen: z. B. „Bürgerinfo Bauen"
PRAXIS: Smarte Recherche
- Unterstützung bei Gesetzestexten, Hintergrundwissen, Beispielen
- Quellen kritisch prüfen
Schneller Überblick statt Google-Klick-Marathon
PRAXIS: KI als Sparringspartner
- Ideenentwicklung, Brainstorming
- Kritikfähigkeit trainieren: „Was spricht dagegen?“
- Perspektivwechsel ermöglichen
PRAXIS: Statistik-Analyse
- Daten (anonymisiert) eingeben oder beschreiben
- Fragen zur Interpretation stellen
- Zusammenhänge herausarbeiten lassen
PRAXIS: „Zwischen den Zeilen lesen“
- Texte auf Tonalität, implizite Aussagen, potenzielle Missverständnisse prüfen lassen
- Hilfreich bei Bürgerfeedback oder politischen Aussagen
PRAXIS: Strukturieren & Konzeptentwicklung
- Gliederungsvorschläge für Texte, Konzepte, Berichte
- Bulletpoints → Fließtext
- Lücken erkennen und benennen
PRAXIS: Unterstützung bei Schulungen und Wissensvermittlung
- Erstellung von einfachen Erklärtexten zu komplexen Themen
- Visualisierungshilfen und Präsentationsentwürfe generieren
- Antworten auf spontane Rückfragen im Schulungskontext liefern
Beispiel: „Erkläre in einfachen Worten, was die neue LBO-Änderung beinhaltet."
PRAXIS: Prüfung und Verbesserung von Verwaltungstexten
- Behördendeutsch in bürgerfreundliche Sprache übersetzen
- Texte auf Verständlichkeit, Tonalität und Struktur prüfen lassen
- Unterstützung beim Schreiben von E-Mails, Bescheiden, Newslettern
Beispiel: „Formuliere diesen Bescheid verständlich für eine Familie mit Migrationshintergrund.“
Organisation von Teams

